Mein Reschenseelauf 2017

Es ist ein wüster, grauer Februartag. Wie rettend kann da ein guter Wlananschluß sein. „Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt“ lese ich irgendwo in Netz eine uralte Konfuziusweisheit. Plötzlich erscheint mein karges Zimmer in der Rehaklinik in einem ganz anderen Licht. Eben noch einer tiefen Depression nahe mache ich den ersten Schritt.

Ich setze mir ein realistisches Ziel für einen ersten Wettkampf. 6 Monate nach meiner Knie OP, mein Arzt würde  beim bloßen Gedanken daran in sein Skalpell beißen.

 

Die Finger werden immer flinker und bleiben bei der Suche nach einem geeignetem Lauf am Reschensee in Italien hängen. 15 km, genau das richtige für den Anfang. Eine alte Weisheit, wichtige Entscheidungen immer erst am nächsten Morgen zu treffen, werfe ich heute mal über Bord. Ich melde mich spontan zum Lauf an. Die Tatsache, das der Lauf aber schon in 5 Monaten ist und ich für Italien auch noch eine ärzliche Genehmigung brauche, interessiert mich im Moment nicht das Geringste.

 

Ab dem nächsten Morgen bin ich der Musterpatient der Klinik. Wie ein Streber gehe ich bei allen Übungen vorne weg. Jede Sonderschicht nehme ich dankbar an. Mit „ich kann, ich will“, wandere ich bald mit Krücken täglich durch den Winterwald. Am ersten Tag nach der Reha stelle ich die Gehstöcke in die Ecke. Schluß damit. Aber die ersten richtigen Laufversuche enden schmerzhaft und kläglich. Die Muskulatur ist noch nicht bereit meinem Ergeiz zu folgen. Erst nach und nach setzt sich mein Dickkopf durch.

 

Am 15.Juli 17.16 Uhr ist es dann soweit. Ich überquere die Startline des Reschenseelaufes. Was für ein Gefühl! Aber für Tränen in der Rührung habe ich keine Zeit. Meine 3000 Mitstreiter versuchen mit aller Macht an mir vorbei zu kommen. Mit wenig Training aber dafür mit viel zu viel Gewicht wehre ich mich vergeblich. Aber heute kann ich mich darüber nicht ärgern. Es ist ein wunderschöner Ort für einen Landschaftslauf. Ziemlich flach aber so hoch wie der Feldberg im Schwarzwald zieht sich der Weg rund um den Reschensee. Ich genieße die beiden Stunden die ich hier mit meiner Knie-Prothese laufen darf. Aber ich denke auch an meinen Arzt in der Rehaklinik der zu mir sagte ; „Es ist ein Fremdkörper, behandle ihn gut, er braucht Dich nicht, aber Du brauchst ihn“.

 

 

Hans Pertsch

15,Juli 2017

 

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