Mein Nürburgringlauf 2005

                                                 Die grüne Hölle der Eifel

Wer die Welt um den Nürburgring betrachtet, der kommt leicht zur Überzeugung, dass diese Ecke der Welt vollkommen in der Hand des Motorsports ist. Straßen und Lokale sind nach Namen von Motorsportgrößen benannt. Museen und historische Ausstellungsstücke aus glanzvollen Tagen sind allgegenwärtig.

 

Nur an einem Wochenende im Jahr wird diesem Glimmer die Vorherrschaft entzogen. Dann werden heulende Motoren von Bewegungssportlern in den Hintergrund gedrängt. Rad und Ran am Ring beherrschen für 3 Tage die Szene.
Neben vielen Rad und Inline-Skatingrennen fand in diesem Jahr auch der 25.Nürburgringlauf über die legendäre Nordschleife von 24.4 km statt.


Vor diesem Lauf hatte man mir von allen Seiten viel Respekt, wenn nicht sogar Angst eingeflösst. Man sprach von „unheimlichen Steigungen“ und „unmenschlichem Streckenverlauf“. Es wurden Vergleiche mit einem sehr schweren Marathonlauf gezogen und deren „Überlebende“ als wahre Helden dargestellt.

Die Wahrheit war zwar hart aber nicht vergleichbar grausam. Richtig ist, dass Gelenke und Muskeln einer enormen Belastung ausgesetzt werden. Die harten Übergänge von Steigung und Gefälle sind zum Schluss des Rennens ziemlich schmerzhaft und man sehnt sich nach einer Ruhepause.

 

Die Rennstrecke selbst ist für einen Lauf bestens geeignet. Sie ist schön breit und hat einen perfekten Asphalt. Wie bei der Formel 1 geht es vom Start weg erst einmal über die Grand Prix Stecke. Nach etwa 2 Kilometer erreicht man die berühmte Hatzenbach und biegt ab auf die Nordschleife. Die Straße geht nun nahezu 8 km teilweise ziemlich steil abwärts Richtung Adenau.

 

Da das Ziel am höchsten Punkt der Strecke liegt wird einem spätesten hier klar was
demnächst kommt, nämlich der Aufstieg. Bei km12, nahe der Ortschaft Breitscheid, ist es dann soweit. Auf einer Strecke von ca. 5km sollen 300 Höhenmeter überwunden werden.
Nach schweißtreibendem Aufstieg durchläuft man das bekannten Caracciola-Karussell . Diese Kurve ist einer der attraktivsten Stellen des Rennens.
Vielleicht war es das gute Training in den Pfälzer Bergen, die sehr angenehmen Temperaturen oder einfach eine geschickte Kräfteaufteilung. Bis auf den Schlussanstieg zur Hohen Acht ist es perfekt gelaufen. Dort muss auch ich stellenweise in einen langen Gehschritt umsteigen.


Bei Kilometer 20 zeigte die Uhr genau 2 Stunden an. Eine Zeit die ich mir gewünscht aber nicht ganz erwartet hatte. Mit dieser Zufriedenheit ließen sich die letzten Kilometer leicht laufen.
Die Endzeit von 2Std:26 werde ich irgendwann einmal angreifen, Reserven dazu habe ich während des Laufes noch in jeder Menge gesehen.
Übrigens, die Regeneration nach dem Lauf war sensationell. Noch bei keinem längeren Lauf habe ich mich anschließend so schnell wieder erholt und wohlgefühlt wie an diesem Tage am Nürburgring.


Hans Pertsch 21.August 2005


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