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Bist Du noch ganz sauber?
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Sind Talent, Trainingsfleiß und EPO und Co. die drei Säulen des modernen und erfolgreichen Sportlers?
Über dem olympischen Feuer rauchte es gewaltig. Dunkle Dopingwolken verfinstern den Blick auf sportliche Höchstleistungen. Doping ist wieder einmal das Unwort der Stunde. „Ein alter Hut“, winken sogenannte Kenner des Leistungssports ab, „ alle Großen machen das“, sind weitverbreitete Stammtischmeinungen. Wahrheit, Gerüchte und Legenden vermischen sich im Sumpf des Dopings der Verlierer, Gewinner, Überführte und Unschuldige gleichermaßen beheimatet.
Ein Thema das im Sport aber nicht neu ist. Gleich der ganze Leichtathletikverband der USA stand bei den olympischen Spielen 1996 in Atlanta unter kollektivem Dopingverdacht. Mit Trick und Tücke entging man damals der Strafverfolgung. Ihre Hände in Unschuld wuschen die Radfahrerlegende Lens Armstrong und Sauermann Dieter Baumann. Obwohl überführt fühlen sie sich Medizinern und dunklen Hintermännern getäuscht. Der kanadische Sprinter Ben Johnson, der als voll gepumpter Tartanbahn-Zombie genau so negativ in die Sportgeschichte einging wie der mit Fremdurin erwischte Radfahrer Dietrich Thurau, bekanten sich schuldig. „Mit Milchpulver kannst du nicht oben stehen“, waren Didis bekennende Worte.
Aber ist Doping nur ein Thema für die Spitzensportler. Immerhin gibt es in Deutschland ca.100.000 Marathonläufer. Sind sie die Saubermänner der Nation?
Überall wo der Mensch an seine Grenzen stößt erwacht der Ergeiz und der Wunsch sie zu überwinden. Scharm und Hemmungen fallen schnell, wenn es darum geht 105 % Leistung zu bringen, die man eigentlich nicht hat.
Beim Jungfrau-Marathon Anfang September wurde die weltweit erste großangelegte Dopingkontrolle im Breitensport durchgeführt. Von den knapp 3000 Läuferinnen und Läufern, welche die 42,2 Kilometer von Interlaken auf die Kleine Scheidegg bewältigten, mussten 130 Elite und Volkssportler zur Kontrolle. Eine einzige der 130 Proben, die im Schweizer Dopinglabor in Lausanne nach den Richtlinien des SOV ausgewertet wurden, war positiv (auf Morphin/Codein)getestet.
Viele Erkältungsmittel, Asthmasprays und Hustensäfte stehen auf der Dopingliste. Ihre Wirkungen können aufkommende Müdigkeit verschleiern oder übergehen und somit die natürlichen Notbremsen des Körpers ausschalten. Herz und Kreislaufprobleme können auftreten.
Was auf keiner Dopingliste steht, ist auch kein Doping, ist eine weitverbreitete, aber falsche Meinung.
Wenn es um die eigene Gesundheit geht, sollten auch „sauere“ Medikamente mit äußerster Skepsis betrachtet werden. Bei oben angesprochener Dopingkontrolle in der Schweiz wurden im Urin bei nahezu 35% der Läufer Schmerzmittel festgestellt. Schmerzmittel haben keine leistungsfördernden Substanzen, sie helfen höchstens die letzten Kilometer erträglicher zu machen. Gerade hier ist der Läufer leicht bereit zur Pille zu greifen. „Durchbeißen“ um jeden Preis wird dann zum unkalkulierbaren Risiko.
Koffein, das jahrelang ebenfalls auf der Dopingliste stand, wurde inzwischen wieder freigegeben. Über die Grenze zwischen Genuss und Sucht gibt es ebensoviel Diskussionen wie über Sinn und Nutzen einer Tasse Kaffee vor dem Laufen. Die richtige Dosis macht es wohl, wie bei so vielen Dingen des Lebens.
Aber auch Nahrungsergänzungsmittel sind nicht immer „Ohne“.
Obwohl alle führenden Hersteller ein sicheres Produkt versprechen, gibt es keine hundertprozentige Garantie. Studien haben belegt, dass über 10% der Produkte Verunreinigungen mit anabolen Steroiden bzw. deren Vorläufersubstanzen enthalten.
Ausländische Produkte müssen nicht den deutschen Standards entsprechen und können nicht deklarierte oder sogar bei uns verbotene Substanzen enthalten.
Viele Läufer neigen aber zur Überbewertung dieser Produkte. Echte Leistungssteigerungen sind bei keinem Produkt wissenschaftlich nachgewiesen. Bei hartem Training und bei langen Läufen sind sie als Energie Wiederaufbereiter überlebensnotwendig, auf den letzten Kilometern eines Marathons psychologisch unersetzlich und als Erfrischungsgetränk viel zu teuer.
Panaceo, ein neues Wundermittel aus Österreich verspricht wahre Wunderdinge in Kampf gegen hohe Laktatwerte. 100% Natur und amtlich geprüft soll es Österreichs Radprofi Georg Totschnig 2005 zum ersten Etappensieg der Alpenrepublik bei der Tour de France verholfen haben. Ob es hält was es verspricht ist in Anbetracht der mageren Forschungsergebnisse die die Sporternährungsindustrie bisher im Bezug auf natürliche Leistungssteigerung erzielt hat, sehr fraglich.
Marathon ist harter Leistungssport. Da auch auf den hintern Plätzen hart um jeden Meter und um jede Sekunden gerungen wird, bleibt der heimliche Griff in den privaten Medizinschrank wohl weiter an der Tagesordnung vieler Läufer.
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Der Königsweg das richtige Mittel zu finden ist weit. Die Eigenverantwortung für seinen Körper trägt jeder Sportler für sich selbst. Verantwortung für die Fairness gegenüber seinen Mitläufern trägt aber die gesammte Branche.
Zusammengetragen von Hans Pertsch Februar 2006