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Quäl Dich Du Sau
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"Quäl dich, Du Sau" Als vor einigen Jahren Jan Ullrich die Beine am Berg versagten, rief Udo Bölts diesen pfälzischen Satz seinem damaligen Teamkollegen zu. Inzwischen sind diese geflügelten Worte auch im Laufsport zu Anfeuerungsrufen für "geschundene Läufer" geworden. Aber auch Udo Bölts selbst hat nach seinem Abschied vom aktiven Radsport noch oft mit seinen Worten konfrontiert. Denn immer wenn es seine Zeit zulässt ist er persönlich bei den Laufwettbewerben in seiner pfälzischen Heimat sehr erfolgreich unterwegs.
So ist es für mich und viele Andere eine Ehre mit diesem großer Kämpfer und Vorbild der Jugend gemeinsame Rennen bestreiten zu dürfen, selbst dann, wenn wir im Ziel nicht mehr auf gleicher Augenhöhe stehen. Udo Bölts hat inzwischen unter genau diesem Titel ein Buch geschrieben, das Freuden und Leiden seiner Karriere beschreiben.
Sein Doping-Geständnis in Frühjahr 2007 hat viele seiner Freunde, auch mich, erschreckt und am Lack dieses großen Sportsmannes Kratzer hinterlassen. Für ihn war sein „Geständnis“ bestimmt ein großer Befreiungsschlag, für viele seiner Fans ein ebenso großer Schock.
Aber mal ganz ehrlich! Hatten wir alle, nicht schon lange kaum noch Zweifel daran gelassen, dass der enorme Erfolgsdruck auf Sportler der Eliteklasse, nur mit allen Mitteln, auch den Unerlaubten, zu bewältigen ist. Plätze im Mittelfeld interessieren weder Fans noch die Presse und schon gar nicht die Sponsoren.
Ein idealer Nährboden für die Suche neuen (verbotenen) Möglichkeiten. Und wer will sich von allen seinen Kritikern davon freisprechen, im Vergleichsfalle zu einem klaren Nein gestanden zu sein. Der werfe den ersten Stein.
Udo Bölts, das Idol der Pfalz, hat ein wahrlich schweres Los gezogen. Als Saubermann muss er wieder ganz von unten anfangen, als Mensch und Freund ist er oben geblieben.
Hans Pertsch 2008