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            Balance statt Burn-Out

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Kurzbeschreibung
Burn-out, der Erschöpfungszustand von Körper, Geist und Psyche, kann jeden treffen - in jedem Alter, in jedem Beruf, Frauen ebenso wie Männer.
Was ist ein Burn-out-Syndrom? Bin ich gefährdet oder bereits betroffen?
Wie bleibe ich im Gleichgewicht? Was kann ich tun, um mich zu schützen? Was muss ich verändern, um mich nicht in der Abwärtsspirale eines Burn-out zu verfangen?
Mit vielen Tests, Übungen, Empfehlungen und Beispielen.Burn-out kann jeden treffen, in jedem Alter, in jedem Beruf, Frauen ebenso wie Männer. Und was wichtig ist zu wissen: Man kann es stoppen und sich auch davor schützen. Die Wege dazu können individuell sehr verschieden sein. Jeder muss für sich selbst klären, wo seine "wunden" Punkte liegen und auch festlegen, was ihm am wichtigsten ist. Denn so die Experten: "Das eigene Leben gehört zu den Dingen, für die sich die Verantwortung nicht delegieren lässt. Nur eigene Lösungen können wirklich etwas verändern." So finden sich in dem Buch viele Tests, um sich selbst einzuschätzen, und Übungen und Empfehlungen um Änderungen anzugehen. Die großen Bereiche sind: Körperliche, psychische, berufliche und geistige Balance.

Über den Autor
Herr Professor Dr. Klaus Linneweh ist Wirtschafts- und Sozialpsychologe, Leiter des Linneweh-Instituts in München und hat viel Erfahrung im persönlichen und innerbetrieblichen Selbstmanagement.Herr Professor Dr. Armin Heufelder ist Internist mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie. Früherkennung von Risiken und wirksame Prävention sind ihm ein besonderes Anliegen.

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Selbst gelesen:

Betrachtungen zum Burnout

Als ich die ersten Seiten dieses Buches las, viel es mir ziemlich schwer mich in Menschen hinein zu denken, von denen ich mich meilenweit entfernt fühlte. Ich spitzelte vorwitzig mal auf die Seite mit den Fragen zur Selbsteinschätzung des eigenen Burn Out Risikos. Schnell hakte ich nahezu alle Fragen mit positiven Antworten ab. Das Ergebnis war eindeutig. Null Problemo. Selbstzufrieden legte ich das Buch zur Seite und löschte das Licht an meinem Nachttisch.
Am nächsten Tag war nichts mehr wie zuvor. Ohne große Vorwarnung machte mich eine Lungenembolie zum Spielball zwischen Leben und Tod.
Mein Leben raste im Zeitraffer noch einmal vorbei; Fehler und Versäumnisse bestimmten die Gedanken, Angst und Hoffnung gaben sich die Klinge in die Hand.
Jetzt, eine Woche später ist das Schlimmste überstanden aber die Demut über das Geschenk des Lebens gewachsen.
Ich schlug nun noch einmal die ersten Kapitel des Buches auf und versuchte mit oben genannter Demut neu zu lesen.
Aber es bleibt für mich weiter nur schwer verständlich wie Menschen vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit fallen, morgens vor Erschöpfung und Lebensüberdruss das Bett kaum verlassen können, und aller Enthusiasmus früherer Zeiten total abhanden gekommen sein soll.

 
Bei der Beschreibung der Entstehung und der Ursachen des Burn -Outs verfallen mir die Autoren zu sehr in Mitgefühl, was wahrscheinlich auf Ihre Nähe zu der Gruppe der oft betroffenen Akademiker zurück zu führen ist.
Dabei wird oft vergessen, dass in erster Linie der Mensch für sein Tun in Selbstverantwortung steht. Wir leben in einer Welt in der Luxus, Anerkennung und Neid ganz weit oben angesiedelt ist. Der Wettstreit, wer hat das größte Auto, Haus oder Boot hat, fordert seinen Tribut. Alle wollen am Wohlstand teilhaben, aber ganz oben, gibt nur für wenige Platz. Vielen fehlt die Kraft, das Wissen und Können und vor allem die Härte, in der obersten Liga mitzuspielen.

Die, die das rechtzeitig erkennen und aus eigener Kraft zurückrudern, sind wohl nur wenig psychisch gefährdet. Die Risikogruppe besteht aus denjenigen, die weit unter ihrem Ziel hängen bleiben. Die Angst mit dem Makel des Loser gebrandmarkt zu werden, wird für viele zur Falle.
Dass Führungskräfte und Akademiker hiervon besonders betroffen sind mag die Tatsache erklären, dass ihr beruflicher Absturz auch den gesellschaftlichen Rang des Betroffenen viel stärker beschädigen würde, wie den eines einfachen Angestellten oder Arbeiter. Der steckt es in der Regel lockerer weg den Sitzplatz mit dem Stehplatz zu tauschen, von der Karibik ins Mittelmeer zu wechseln oder anstelle eines Zweitwagens mit dem Fahrrad zu strampeln.

Die Rückbesinnung auf den Mensch als Individuum mit Fehlern und Macken auf der einen Seite, und seinen individuellen Stärken und Fähigkeiten auf der anderen Seite, ist wahrscheinlich der beste und erfolgversprechenste Weg zum ausgeglichenen Leben.

Im späten Alter von 50 Jahren bin ich selbst vom Fernsehsportler zum aktiven Marathonläufer umgestiegen. Über Nacht entschloss ich mich damals meinen Alkoholproblemen und dem gefühlten Stillstand in allen Lebensbereichen davonzulaufen.
Viele Dinge die hier unter der Thematik körperliche Balance beschrieben sind kann ich zu 100% unterschreiben.
Lange Trainingläufe in der Einsamkeit der Natur beflügelten mich gerade in der Anfangzeit zur Rückkehr zu den einfachen Werten unseres Daseins. Inventur und neue Lebensplanung sind zwei bemerkenswerte Artikel dieses Buches die diese Gedankenwelt perfekt beschreiben. Und wenn ein Betroffener ernsthaft bereit ist seine Zukunft in die eigene Hände zu nehmen, findet er in diesem eine sehr gute Starthilfe.

Über mich selbst: In meinem Hauptberuf bin ich selbstständiger Einzelhändler. Lange Ladenöffnungszeiten und eine anspruchsvolle Kundschaft fordern sehr viele Kompromisse bei der eigenen Freizeitgestaltung. Zeitmanagement und Arbeitseinteilung sind dabei Wunschdenken. Das Wort Stress habe ich aus meinem Sprachgebrauch gestrichen. Es ist für mich das meist missbrauchteste Ausdruck der Moderne. Denn vom Baby bis zum Kreis wird nahezu jede Handlung übertriebener Weise zu einer „Stresssituation“ hochstilisiert.
Die Erfahrung zeigt aber, dass man trotz aller Unwägbarkeiten ein zufriedenes Leben führen kann. Aber jeder muss das für sich selbst erarbeiten.

Resümee:
Das Buch ist dank verständlicher Sprache flüssig zu lesen. Für direkt oder indirekt vom Burnout betroffene Menschen eine ausgezeichnete Hilfe zur Bestandsaufnahme und ein noch besserer Wegweiser in eine neue Zukunft.
Aber das Buch spricht auch Menschen an, die unter dieser Krankheit nicht leiden. Viele „Gesunde“ würden gut daran tun, Tipps und Empfehlungen aus dieser Lektüre in ihr Alltagsleben zu übernehmen.

Hans Pertsch  März 2010